PAARZEIT LEBEN

Paare, die mich bereits kennen, wissen, wie wichtig PAARZEIT für eine lebendige Beziehung ist.

Ich gebe hier - in der vertraulichen Du-Anrede - immer wieder mal ein kleines „Memo“, damit ihr am Ball bleibt und euch regelmäßig PAARZEIT schenkt und diese bewusst lebt.

PAARZEIT dient der Nähe. Nähe basiert auf Vertrauen. Vertrauen resultiert aus Offenheit und gegenseitigem Verstehen.

PAARZEIT gestalten: Wieder neugierig sein oder mal romantisch, Fantasie ausleben, Übermut wagen und einfach wieder Spaß haben. Aber auch ganz sanft und still miteinander sein dürfen. Viele spannende Erfahrungen.
Probiert es aus!

Ich möchte vorab darauf hinweisen, dass ich Menschen jeden Geschlechts und jeglicher Herkunft anspreche. Dabei ist meine bedingungslose Wertschätzung selbstverständlich.
Ich werde somit davon absehen, in meinen Texten Formulierungen zu benutzen, die das angeblich immer wieder bestätigen.
Es stört den Lesefluss, und mein Verzicht ist keineswegs Ausdruck meiner weniger respektvollen Haltung.

 



KONFLIKTE ALS HERAUSFORDERUNG

„Die Qualität unseres Lebens hängt nicht davon ab, ob wir Konflikte haben oder nicht, sondern davon, wie wir darauf reagieren.“
Thomas Crum

Konflikte, Streitigkeiten und Spannungen gehören zu jeder Beziehung dazu. Das ist völlig normal und kein Zeichen einer schlechten Partnerschaft.

So wie jeder Mensch anders ist, kann er nämlich zunächst einmal auch nur entsprechend seiner Unterschiedlichkeit agieren und reagieren. Das muss man verstehen und akzeptieren. Außerdem sind permanente Einigkeit, Eintracht und Gleichklang Utopie. Das wäre unecht und „ungesund“ – für die Beteiligten und für die Beziehung!

Viele Menschen haben Angst vor Auseinandersetzungen. Sie wollen Konflikte um jeden Preis vermeiden, meist um den lieben Frieden nicht zu gefährden, auch wenn sie sich dabei selbst verbiegen und jede Menge Frust ansammeln. Die Wirkung gleicht einer tickenden Zeitbombe. Niemand weiß, wann sie einem um die Ohren fliegt.

In einer lebendigen Paarbeziehung MUSS es zu Reibereien kommen!
Das ist wie das Salz in der Suppe. Ausschlaggebend ist nur, WIE der Umgang mit Differenzen vonstattengeht.

Richte deinen Blick also nicht auf „Hilfe, wir haben ständig Konflikte!“, sondern „Wie gehen wir mit unseren Konflikten um??“

Kläre zunächst die Frage nach dem Ziel. Was möchtest du? „Krieg oder Frieden“, unbedingt recht haben/siegen wollen oder respektvollen Umgang ohne machtkämpferische Ambitionen?

Dann stelle dir selbst Fragen wie „Welchen Beitrag leiste ich dazu? Was nehme ich im Verhalten meiner Partnerin wahr?
Was bedeuten Konflikte für mich und meinen Partner, und inwiefern wirken sie sich auf die Qualität unserer Beziehung aus?“

Ehrliche Antworten geben dir den Weg vor, nach dem Prinzip Ursache & Wirkung oder „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ Auch wenn das banal klingt, enthält das Sprichwort die Lösung. Und wenn ihr bewusst hinschaut, wird sicherlich recht schnell klar, nach welchem Muster eure Auseinandersetzungen ablaufen.

Es liegt also vor allem in eurer Hand als Paar, für gute Lebensqualität zu sorgen, indem ihr Konflikte nicht als Problemfälle, sondern als Herausforderung betrachtet. Jede Erkenntnis und neue Sichtweise bedeuten eine Bereicherung.

Schaut euch das Thema doch einmal gemeinsam an. Ein Austausch darüber – zum Beispiel in der PAARZEIT – wird zu erhellenden Feststellungen führen.

Archiv


ZUHÖREN – präsent sein

Bitte höre genau hin, wenn dein Gesprächspartner bzw. deine Partnerin dir etwas mitteilt.
Der Akt des bewussten Zu-Hörens ist wesentlich, wenn du verstehen willst.
Im Zustand ungeteilter Aufmerksamkeit bist du offen und bereit, dich auf dein Gegenüber einzulassen. Nimm dir die Zeit, sei interessiert und geduldig.

Ohne dass es uns bewusst ist, geben wir unserem „Kopfkino“ oft wesentlich mehr Beachtung als der wirklichen Welt um uns herum.
Wir produzieren am laufenden Band Vorstellungen und Überzeugungen, die uns lenken und einengen und für die Botschaft unseres Gesprächspartners kaum Raum zulassen.
Unser eigener innerer Raum ist vollgestopft. Überfüllt mit Meinungen, Vorurteilen, Erwartungen, mit Wünschen und Ängsten. Folglich herrscht mentale Enge …
Es bleibt kein Platz mehr für das, was gegenwärtig stattfindet und deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient hätte.
Gönne eurem Miteinander-reden wieder mehr Raum. Sei dabei ein guter Zuhörer bzw. eine interessierte Zuhörerin und schenke deinem Partner oder deiner Partnerin deine ganze Präsens, dein „ich bin hier und jetzt bei dir“.



Fest der Liebe

Manchmal wollen wir an das erinnert werden,
wonach wir uns am meisten sehnen.
Manchmal müssen wir erst wiederentdecken,
was am dringendsten fehlt.

Es ist die Liebe

Liebe spüren
In dir, in mir, in allem
Einssein mit dem was ist
Nur Liebe lässt uns heil werden

Auch an Weihnachten


Edit M. Weis ©

 



Hier eine typische kleine Episode, die Paare im Alltag erleben …

Ein Paar während der Autofahrt

Er fragt sie: „Hör doch mal, der Wagen macht im 2. Gang ein Geräusch, das vorher nicht da war!“
Sie kann auch nach intensivem Lauschen nichts Ungewöhnliches hören.
Das macht ihn fassungslos, wo doch das Geräusch ganz deutlich vernehmbar ist.

Sie: „Ist das nicht interessant!? Männer hören die leisesten fremden Geräusche, die ihr Auto macht, aber wenn ihre Frau laut und in klarem Ton um ihre Aufmerksamkeit bittet, kriegen sie das nicht mit!“

Er: „Da möchte ich dich mal sehen, wenn ich mit einem kaputten Auto auf die Autobahn fahren würde! Statt froh zu sein, dass ich so gewissenhaft bin, meckerst du nur herum.“

 

Was will uns dieser kleine Ausschnitt aus dem Alltagsleben von Paaren sagen? Nun, ganz einfach, Männer und Frauen „funken auf unterschiedlichen Frequenzen“. Sachlich betrachtet haben beide „Recht“ – wobei es jedoch gar nicht darum geht. Vielmehr geht es – wie so oft - um das gegenseitige Verstehen …



Ich starte mit einem wunderschönen Gedicht von Khalil Gibran:

… Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie ein wogendes Meer sein zwischen den Ufern eurer Seele.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich,
aber lasst jeden von euch allein sein.
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.

(Khalil Gibran, Der Prophet)


Ja, Liebe braucht Raum, um sich zu entfalten.
Ihr seid die Gestalter eurer Liebe und Paarbeziehung.
Achtsam und einfühlsam, großzügig, liebevoll ….