PAARZEIT LEBEN
Paare, die mich bereits kennen, wissen, wie wichtig PAARZEIT für eine lebendige Beziehung ist.
Ich gebe hier - in der vertraulichen Du-Anrede - immer wieder mal ein kleines „Memo“, damit ihr am Ball bleibt und euch regelmäßig PAARZEIT schenkt und diese bewusst lebt.
PAARZEIT dient der Nähe. Nähe basiert auf Vertrauen. Vertrauen resultiert aus Offenheit und gegenseitigem Verstehen.
PAARZEIT gestalten: Wieder neugierig sein oder mal romantisch, Fantasie ausleben, Übermut wagen und einfach wieder Spaß haben. Aber auch ganz sanft und still miteinander sein dürfen. Viele spannende Erfahrungen.
Probiert es aus!
Ich möchte vorab darauf hinweisen, dass ich Menschen jeden Geschlechts und jeglicher Herkunft anspreche. Dabei ist meine bedingungslose Wertschätzung selbstverständlich.
Ich werde somit davon absehen, in meinen Texten Formulierungen zu benutzen, die das angeblich immer wieder bestätigen. Es stört den Lesefluss, und mein Verzicht ist keineswegs Ausdruck meiner weniger respektvollen Haltung.
NACHDENKEN ÜBER DIE LIEBE - Philosophische Gespräche der Peanuts
Lucy van Pelt:
Denkst du manchmal über die Liebe nach, Schatz?
Charlie Brown:
Dauernd. Ist die Liebe eine Himmelsmacht? Tilgt Liebe jeden Eigennutz? Ist Liebe das Salz in der Suppe des Lebens? Ist Liebe …
Lucy van Pelt:
Moment mal, Schatz! Ich hab dir eine einfache Frage gestellt und will eine einfache Antwort, keinen Vortrag!
(aus „Kleines Einmaleins der Liebe“, Peanuts – Life feels good, Baumhaus Verlag)
Was passiert da gerade zwischen den beiden?
Es sieht nach einem klassischen Missverständnis aus.
Sie stellt eine Frage, die er zwar beantwortet, aber anscheinend nicht in dem Sinne, wie sie es erwartet hatte.
Und das eigentliche Thema, die Liebe, gerät aus dem Blickfeld, weil der Kommunikationsstil der beiden sie davon wegführt.
Woran liegt das?
Vielleicht hat Charlie nicht richtig zugehört und in Lucys Frage nur einen Begriff wahrgenommen, der ihn verlockt, eine gelehrt- nachdenkliche Rede zu halten. Er hat offensichtlich nicht bemerkt, dass Lucy keinen allgemeinen Vortrag von ihm wollte, sondern sich wünscht, mit ihm in ein persönliches Gespräch über die Liebe zu kommen.
Lucy wiederum hat ihre Frage nicht so eindeutig gestellt, dass Charlie ihr tatsächliches Ansinnen hätte verstehen müssen. Es war zwar eine „einfache“ Frage, wie sie sagt, aber eine, die so allgemein formuliert leicht zum Aneinander-vorbei-Reden führen kann.
Das wäre so nicht geschehen, wenn Charlie nachgefragt hätte, was sie genau meint. Gleichzeitig wäre es der 1. Schritt in einen Austausch gewesen, den Lucy sich gewünscht hatte. Der Dialog wäre ebenfalls anders verlaufen, wenn Lucy sich klarer ausgedrückt hätte.
Wir alle kennen solche Gesprächsverläufe, die meist wie folgt entstehen:
Wir hören nicht wirklich zu – sei es aus mangelndem Interesse oder wegen Unkonzentriertheit. Manchmal sind wir auch mit unseren eigenen Vorstellungen und Gedanken beschäftigt, statt uns auf unser Gegenüber einzulassen.
Ein andere Ursache besteht darin, dass wir uns nicht verständlich ausdrücken. Nur wenn ich deutlich sage, was ich meine, (nicht) möchte bzw. um was es mir geht, kann das mein Gesprächspartner verstehen. Ideal ist es natürlich, wenn einfach nachgefragt wird, wenn etwas unklar ist oder nicht verstanden wurde.
Es kann zu Frust und Streitereien führen, wenn wir uns nicht gehört oder ernstgenommen fühlen. Verantwortlich für eine gelingende Kommunikation sind dabei immer beide Beteiligte.
Wenn solche Muster in euren Gesprächsabläufen öfter auftreten, solltet ihr das Thema einmal in eure PAARZEIT mitnehmen und gemeinsam beleuchten.
Wenn Beziehung zu STRESS wird - oder Die Kraft der LEICHTIGKEIT
Das erste Date
Ein aufregend-erregender Kennenlernabend geht zu Ende ...
Bleibt nur noch eine Frage zu klären:
„Gehen wir zu dir oder zu mir?“
Antwort: „Wenn es schon mit Stress anfängt, sollten wir es lieber gleich lassen!“
Wir schmunzeln. Aber mal ehrlich - wie oft versagen wir uns oder unserem Partner etwas Besonderes, weil wir dem „Stress einer Auseinandersetzung“ lieber aus dem Weg gehen? Wie oft folgen wir nicht spontan unseren Bedürfnissen, weil wir die Steine oder Steinchen auf dem Weg wichtiger nehmen als das Ziel?
Ist es nicht schade, auf neue und spannende Erlebnisse zu verzichten, nur weil wir nicht bereit sind, uns darauf einzulassen!? Oft liegt es einfach an der Initiative. Es mangelt an Tatenlust. Oder wir erwarten die Entschlusskraft, die wir selbst nicht haben, vom anderen.
Dann beißen wir uns fest an Gedanken wie:
- Immer ich!
- Wieso kann er/sie nicht mal den ersten Schritt tun?
- Warum wird es immer gleich stressig, sobald ich einen Vorschlag mache?
Oder es bahnt sich das Gefühl von Resignation an:
- Warum können wir nicht mehr locker und spontan miteinander umgehen?
- Wo ist die Leichtigkeit von früher geblieben??
Gute Frage! Und dabei ist Leichtigkeit doch etwas ganz Tolles. Denn da steckt so viel Potential drin, was den Alltag entspannter, locker und fröhlich machen kann.
PAARZEIT ist die beste Zeit, um das Wirken von Leichtigkeit mal wieder auszuprobieren. Lass dir etwas einfallen, sei fantasievoll und überrasche deine bessere Hälfte! Am besten fängst du gleich damit an ;-)
Welche Rolle spielen ERWARTUNGEN in deinem Leben?
Es sind nie die anderen, welche mich seelisch verletzen. Es sind immer und ausschließlich meine unerfüllten Erwartungen, die schmerzen. Kein Wesen auf dieser Welt ist verpflichtet, sich so zu verhalten, wie ich es gerne hätte.
Salia von ZENART
Nicht selten neigen wir dazu, andere für unser „Unglück“ verantwortlich zu machen. Wenn wir genauer hinschauen, können wir jedoch feststellen, dass wir selbst es sind, die den Weg zu Enttäuschung und Leid ebnen.
Es geschieht über unsere Erwartungshaltung. Unerfüllte Erwartungen führen zu Schmerz und zu seelischem Stress.
Eine Formel, die mir ein manches Mal in Krisen geholfen hat, lautet:
„Mein Leid entsteht
aus meiner Erwartung.
Da ich diese
ändern kann,
kann ich auch
mein Leid ändern.“
Vielleicht magst du diese Feststellung für dich überprüfen und sie einmal ausprobieren, wenn du gerade arg enttäuscht bist. Übrigens, das Thema „Erwartungen“ ist ein spannendes Motiv, um sich mit seinem Partner auszutauschen. Kennst du seine Erwartungen? Weiß er um deine?
ZUHÖREN – präsent sein
Bitte höre genau hin, wenn dein Gesprächspartner bzw. deine Partnerin dir etwas mitteilt.
Der Akt des bewussten Zu-Hörens ist wesentlich, wenn du verstehen willst.
Im Zustand ungeteilter Aufmerksamkeit bist du offen und bereit, dich auf dein Gegenüber einzulassen. Nimm dir die Zeit, sei interessiert und geduldig.
Ohne dass es uns bewusst ist, geben wir unserem „Kopfkino“ oft wesentlich mehr Beachtung als der wirklichen Welt um uns herum.
Wir produzieren am laufenden Band Vorstellungen und Überzeugungen, die uns lenken und einengen und für die Botschaft unseres Gesprächspartners kaum Raum zulassen.
Unser eigener innerer Raum ist vollgestopft. Überfüllt mit Meinungen, Vorurteilen, Erwartungen, mit Wünschen und Ängsten. Folglich herrscht mentale Enge …
Es bleibt kein Platz mehr für das, was gegenwärtig stattfindet und deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient hätte.
Gönne eurem Miteinander-reden wieder mehr Raum. Sei dabei ein guter Zuhörer bzw. eine interessierte Zuhörerin und schenke deinem Partner oder deiner Partnerin deine ganze Präsens, dein „ich bin hier und jetzt bei dir“.
Fest der Liebe
Manchmal wollen wir an das erinnert werden,
wonach wir uns am meisten sehnen.
Manchmal müssen wir erst wiederentdecken,
was am dringendsten fehlt.
Es ist die Liebe
Liebe spüren
In dir, in mir, in allem
Einssein mit dem was ist
Nur Liebe lässt uns heil werden
Auch an Weihnachten
Edit M. Weis ©
Hier eine typische kleine Episode, die Paare im Alltag erleben …
Ein Paar während der Autofahrt
Er fragt sie: „Hör doch mal, der Wagen macht im 2. Gang ein Geräusch, das vorher nicht da war!“
Sie kann auch nach intensivem Lauschen nichts Ungewöhnliches hören.
Das macht ihn fassungslos, wo doch das Geräusch ganz deutlich vernehmbar ist.
Sie: „Ist das nicht interessant!? Männer hören die leisesten fremden Geräusche, die ihr Auto macht, aber wenn ihre Frau laut und in klarem Ton um ihre Aufmerksamkeit bittet, kriegen sie das nicht mit!“
Er: „Da möchte ich dich mal sehen, wenn ich mit einem kaputten Auto auf die Autobahn fahren würde! Statt froh zu sein, dass ich so gewissenhaft bin, meckerst du nur herum.“
Was will uns dieser kleine Ausschnitt aus dem Alltagsleben von Paaren sagen? Nun, ganz einfach, Männer und Frauen „funken auf unterschiedlichen Frequenzen“. Sachlich betrachtet haben beide „Recht“ – wobei es jedoch gar nicht darum geht. Vielmehr geht es – wie so oft - um das gegenseitige Verstehen …
Ich starte mit einem wunderschönen Gedicht von Khalil Gibran:
… Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie ein wogendes Meer sein zwischen den Ufern eurer Seele.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich,
aber lasst jeden von euch allein sein.
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.
(Khalil Gibran, Der Prophet)
Ja, Liebe braucht Raum, um sich zu entfalten.
Ihr seid die Gestalter eurer Liebe und Paarbeziehung.
Achtsam und einfühlsam, großzügig, liebevoll ….
