AKZEPTANZ, DIE GELASSENE ART, EIN STREITMUSTER ZU DURCHBRECHEN

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AKZEPTANZ, DIE GELASSENE ART, EIN STREITMUSTER ZU DURCHBRECHEN

Akzeptanz heißt weder, dass man sich zum Fußabstreifer machen lässt, noch, dass man apathisch wird. (Richard Carlson)

In einem Meinungsaustausch entwickeln wir oft blitzartig den Drang, uns verteidigen oder rechtfertigen zu müssen. Wir lieben es natürlich, Recht zu haben - und wer lässt sich schon gerne maßregeln oder belehren? Wir fragen uns, warum wir etwas akzeptieren sollten, was wir nicht einsehen!?

Akzeptanz in einem Gespräch bedeutet aber erst einmal nur, das anzunehmen, was gerade passiert. Einschließlich Tadel oder Kritik, auch wenn sie uns nicht gefällt, oder Kommentaren, denen wir nicht zustimmen.

Akzeptanz heißt, zunächst anzuerkennen, was der andere sagt. Ich muss ja nicht damit einverstanden sein, aber ich bemühe mich, ihm aufmerksam zu begegnen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind Zuhören und Nachfragen, um besser verstehen zu können.

Du kennst das sicherlich aus eurem Paarleben: aus einer Belanglosigkeit entwickelt sich ein handfester Streit. Eine ursprünglich neutrale Diskussion schafft es, dass wir uns spontan kritisiert und sogar angegriffen fühlen.
Die Reaktion darauf ist Programm: Ärger, Verteidigung, Gegenangriff oder Rückzug. Schlimm, wenn dadurch das Wochenende hin ist, der Besuch bei den Freunden abgesagt oder der Kurzurlaub gecancelt wird.

Wenn euch das öfter passiert, handelt es sich womöglich um eine Art Automatismus, den du mal hinterfragen solltest: Bin ich dieser „Macht“ total ausgeliefert oder gibt es Wege, die Eigendynamik auszutricksen und gelassen zu bleiben?

Wie wäre es mit innehalten und sich erst einmal für den Standpunkt des anderen zu interessieren? Statt kurzweg in die Verteidigungshaltung zu gehen oder verbal um sich zu schlagen … Die Streitspirale lässt grüßen!

Ich behaupte, dass man das Innehalten, d.h. erst einmal Ruhe bewahren, sich zurücknehmen und bei sich bleiben … trainieren kann. Das ist selbst in emotionalen Situationen machbar. Wer besonnen und souverän handelt, kann nicht mehr Opfer einer Eskalationsspirale werden.

Verhalten zu ändern ist anstrengend. Ja, das ist so und erfordert eine Menge Selbstbeherrschung. Aber wenn dir eine entspannte Atmosphäre im Gespräch auf Augenhöhe wichtig ist, lohnt es sich bestimmt, den Aufwand in Kauf zu nehmen.

Denk doch einmal darüber nach, ob es für dich ein Versuch wert ist, dich deinem Partner von einer anderen Seite zu zeigen?
Wie würde deine Partnerin auf dein neuartiges Verhalten reagieren?

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